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Das Zürichhorn und die Zivilaviatik (Beitrag von "Eric von der Forch")
 
       
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Das Zürichhorn und die Zivilaviatik

Dort, wo sich heute das Strandbad Tiefenbrunnen an wunderschöner Uferlandschaft befindet, hatten sich ab den 1840er-Jahren diverse Steinhauer niedergelassen. Das Rohmaterial wurde auf dem Wasserweg angeliefert, die landseitige Erschliessung erfolgte durch die private Austrasse (Fröhlichstrasse) – s. dort. Vom idyllischen Kollergut war bereits an anderer Stelle ausführlich die Rede.

Die Hornegg entwickelte sich im Laufe der Jahrzehnte zu einem Zentrum für Baunebenbetriebe. Stellvertretend sei hier Baur & Nabholz erwähnt (s. Baurstrasse), welche 1872 eine moderne Zimmerei mit Dampf- und Maschinenbetrieb in der Hornegg eröffnete. Die Lage am See zog auch mehrere Schiffbauer an.

1860/61 gründete J. Gujer an der Austrasse ein Geschäft, welches bereits 1866 von Pankratius Meyerhofer übernommen und zu einer bedeutenden Schiffswerft ausgebaut wurde. Mit dem Bau des Hafens Tiefenbrunnen und der Eröffnung der rechtsufrigen Eisenbahnlinie 1894 verlagerte sich das Zentrum der Werkhöfe Richtung Stadtgrenze.

Die Hornegg bot sich jetzt auch für Flugversuche mit Hydroplanen, später Flugboote rsp. Wasserflugzeuge genannt, an. Bereits im Sommer 1910 führte die ‚Wagenfabrik C.&R. Geissberger‘ vor ihrer Montagehalle am Zürichhorn erste Gehversuche durch. Die Firma in dieser Rechtsform existierte von 1901-1929.

Die 1858 von Vater Johann Caspar an der Seefeldstrasse gegründete und 1871 an die Wiesenstrasse umgezogene Vorgängerfirma etablierte sich 1899 auch in Schlieren als‚ Wagen- und Waggonfabrik Geissberger‘, der nachmaligen ‚Wagi‘ Schlieren.

 

   
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Bildtext Hydroplan Grandjean am Zürichhorn; 1913
Bildquelle Freundlicherweise vom Verfasser aus seinem Archiv zu Verfügung gestellt.
   
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Eigentliche Aviatikgeschichte schrieb das Zürichhorn dann ab 1919, wobei hier insbesondere auf die Fluggesellschaft ‚Ad Astra-Aero‘ und ihr Umfeld eingegangen werden soll, illustriert mit viel Bildmaterial.

 

   
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Nachfolgend eine Chronologie ausgewählter Ereignisse der Zivilluftfahrt mit Bezug rsp. Auswirkungen auf (das) Zürich(horn) und Umgebung:


31.03.1901
Konstituierende Sitzung des Aero-Clubs der Schweiz (AeCS) in Bern mit 62 Mitgliedern.
 

22.-26.10.1910
Grosses Schaufliegen auf dem neu eröffneten Aerodrom Dübendorf.

 

   
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Bildtext Fliegende Kisten am grossen Schaufliegen in Dübendorf vom 22.-26.10.1910
Bildquelle Freundlicherweise vom Verfasser aus seinem Archiv zu Verfügung gestellt.
   
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Bildtext Das Aerodrom Dübendorf am grossen Schaufliegen mit Flugvorführung von Legagneux und Chailley,
Bildquelle Freundlicherweise vom Verfasser aus seinem Archiv zu Verfügung gestellt.
   
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Bildtext Das Aerodrom Dübendorf am Dienstag der Flugvorführung von Legagneux.
Bildquelle Freundlicherweise vom Verfasser aus seinem Archiv zu Verfügung gestellt.
   
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19./20.08.1911
Zweites Schaufliegen in Dübendorf.

 

   
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Bildtext Hptm Jucker mit Schwester heben am Schaufliegen vom 19./20.08.1911 in Dübendorf in die Lüfte ab
Bildquelle Freundlicherweise vom Verfasser aus seinem Archiv zu Verfügung gestellt.
   
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05.-10.12.1914
Konzentration der Militäraviatik in Dübendorf.
 

15.04.1919
Gründung der Kollektivgesellschaft ‚Comte, Mittelholzer & Co. „Aero“, Luftbildverlagsanstalt und Passagierflüge‘. Der Heimflugplatz musste ausserhalb Dübendorfs gesucht werden, weil dieser der Militäraviatik vorbehalten war. Fündig wurde die Gesellschaft in Schwamendingen. Ebenfalls vorangetrieben wurde die Errichtung eines Flugplatzes in St. Moritz.

 

   
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Bildtext Flieger Oblt Walter Mittelholzer vor einer Haefeli DH-3; 1918
Bildquelle Freundlicherweise vom Verfasser aus seinem Archiv zu Verfügung gestellt.
   
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Bildtext Flieger Oblt Alfred Comte; um 1918
Bildquelle Freundlicherweise vom Verfasser aus seinem Archiv zu Verfügung gestellt.
   
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07.05.1919
Eröffnung des kleinen Flugplatzes auf der Mahlerschen Liegenschaft in Schwamendingen-Mattenhof. Flugzeugpark:
1 LVG-Condor-Doppeldecker für Passagier- und Fotoflüge und
1 LVG-Condor Jagdeinsitzer für Akrobatikflugvorführungen.

 

   
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Bildtext Flugplatz Mattenhof der ‚Aero‘ mit den beiden LVG Flugzeugen; 1919
Bildquelle Freundlicherweise vom Verfasser aus seinem Archiv zu Verfügung gestellt.
   
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Juli 1919
Subskriptionsausschreibung  für eine ‚Schweizerische Gesellschaft für Lufttourismus‘ unter der Leitung von Oskar Bider und Fritz Rihner mit Sitz in Zürich. Zweck dieser Firma waren Touristikflüge mit Flugbooten ab Stationen am Zürichhorn, Genf, Ouchy, Luzern, Interlaken/Thun, Lugano, Locarno, St. Moritz und Romanshorn.

Bider war überzeugt, dass die Schweiz mit ihren zahlreichen Seen für den Einsatz von Wasserflugzeugen prädestiniert sei. Auf die Errichtung von teuren Flugplätzen konnte verzichtet werden.

 

   
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Bildtext Stiftungsurkunde der nachmaligen ‚Ad Astra‘, gez. Oblt Bider und Oblt Rihner; Juli 1919
Bildquelle Freundlicherweise vom Verfasser aus seinem Archiv zu Verfügung gestellt.
   
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Bildtext Oskar Bider in der Flugschule Pau (F); 1912
Bildquelle Freundlicherweise vom Verfasser aus seinem Archiv zu Verfügung gestellt.
   
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Bildtext Flieger Oblt Oskar Bider; um 1918
Bildquelle Freundlicherweise vom Verfasser aus seinem Archiv zu Verfügung gestellt.
   
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Bildtext Erster Passagierflug Dübendorf-Luzern retour, geflogen am 03.03.1919 durch das Ehepaar F. Rihner
Bildquelle Freundlicherweise vom Verfasser aus seinem Archiv zu Verfügung gestellt.
   
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07.07.1919
Tödlicher Absturz von Flugpionier Oskar Bider bei einem Akrobatikübungsflug frühmorgens in Dübendorf. Bider wollte gleichentags noch nach Italien fliegen, um Flugboote für die neue Gesellschaft zu kaufen.


20.09.1919
Die Idee Biders wurde verwirklicht: Gründung der Firma ‚Frick & Co., Luftverkehrsgesellschaft „Ad Astra“ durch die drei Piloten Ernst Frick, Friedrich Rihner und Henry Pillichody. Aufnahme des Flugbetriebs am Wasserflughafen Zürichhorn.

 

   
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Bildtext Ernst Frick; 1920
Bildquelle Freundlicherweise vom Verfasser aus seinem Archiv zu Verfügung gestellt.
   
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Bildtext Friedrich Rihner, der spätere Kommandant und Waffenchef der Flieger- und Flab- Truppen; 30er-Jahre und rechterhand Henry Pillichody; 1922
Bildquelle Freundlicherweise vom Verfasser aus seinem Archiv zu Verfügung gestellt.
   
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Bildtext Probeflug Zürichhorn-Luzern retour mit Dornier Wal; Okt. 1919
Bildquelle Freundlicherweise vom Verfasser aus seinem Archiv zu Verfügung gestellt.
   
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15.12.1919
Gründung der ‚Ad Astra AG‘, ausgestattet mit einem Grundkapital von CHF 300‘000.-.


24.02.1920
Übernahme der ‚Aero‘-Gesellschaft durch die ‚Ad Astra AG‘.


09.03.1920
Schaffung des Eidgenössischen Luftamtes.


21.04.1920
Die ‚Ad Astra AG‘ übernimmt auch die am 25.06.1919 gegründete ‚Avion Tourisme SA‘, Genf und nennt sich jetzt ‚Schweizerische Luftverkehrs AG, Ad Astra-Aero, Avion Tourisme SA‘, mit Sitz in Zürich und Zweigstelle in Genf.                

Eingebürgert hat sich schliesslich der Kurzname ‚Ad Astra-(Aero)‘. Walter Mittelholzer war vorerst Chef der profitablen Fotoabteilung, Alfred Comte Chef der Landflugzeuge und als kühner Akrobatikpilot an Flugmeetings im Einsatz.

Der Flugzeugpark bestand aus:

  • 7 Macchi-Nieuport- und 5 Savoia-Flugboote
  • 3 LVG-Landflugzeuge
  • 1 LVG-Condor Akrobatikflugzeug.

Zusätzlich stellte Dornier das erste grosse Flugboot, den Dornier Wal, zur Verfügung, welches beim Zürcher Publikum grosses Staunen erweckte.

 

   
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Bildtext Plakat der Schweizerischen Luftverkehrs AG Ad-Astra Zürich.
Bildquelle Freundlicherweise vom Verfasser aus seinem Archiv zu Verfügung gestellt.
   
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Bildtext Luftaufnahme vom Zürichhorn, 1920; beachte insbesondere den Wasserflughafen
Bildquelle Freundlicherweise vom Verfasser aus seinem Archiv zu Verfügung gestellt.
   
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Bildtext Hangar der ‚Ad Astra-(Aero)‘; 1919 im Zürichhorn
Bildquelle Freundlicherweise vom Verfasser aus seinem Archiv zu Verfügung gestellt.
   
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Bildtext Hangar der ‚Ad Astra-(Aero)‘; 1919 im Zürichhorn
Bildquelle Freundlicherweise vom Verfasser aus seinem Archiv zu Verfügung gestellt.
   
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Bildtext Hangar der ‚Ad Astra-(Aero)‘; 1920 im Zürichhorn
Bildquelle Freundlicherweise vom Verfasser aus seinem Archiv zu Verfügung gestellt.
   
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Bildtext Flugboot im Hangar am Zürichhorn im Jahre 1919.
Bildquelle Freundlicherweise vom Verfasser aus seinem Archiv zu Verfügung gestellt.
   
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Bildtext Macchi- und Savoia-Flugboote am Zürichhorn im Jahre 1919.
Bildquelle Freundlicherweise vom Verfasser aus seinem Archiv zu Verfügung gestellt.
   
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Bildtext Walter Mittelholzer mit Passagier J.H. Heer, Schriftsteller, am Zürichhorn; 1920
Bildquelle Freundlicherweise vom Verfasser aus seinem Archiv zu Verfügung gestellt.
   
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Bildtext Flugboot-Führer Ernst Frick am Zürichhorn; 1919
Bildquelle Freundlicherweise vom Verfasser aus seinem Archiv zu Verfügung gestellt.
   
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Bildtext Macchi M.3 Flugboot hoch über dem Zürichorn; 1919
Bildquelle Freundlicherweise vom Verfasser aus seinem Archiv zu Verfügung gestellt.
   
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Bildtext Flugboot CH-15 über den Alpen; 1920
Bildquelle Freundlicherweise vom Verfasser aus seinem Archiv zu Verfügung gestellt.
   
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Bildtext Dornier Wal am Zürichhorn; 1919 und 1920
Bildquelle Freundlicherweise vom Verfasser aus seinem Archiv zu Verfügung gestellt.
   
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Bildtext Dornier Wal am Zürichhorn; 1919 und 1920
Bildquelle Freundlicherweise vom Verfasser aus seinem Archiv zu Verfügung gestellt.
   
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Bildtext Dornier Wal am Zürichhorn; 1919 und 1920
Bildquelle Freundlicherweise vom Verfasser aus seinem Archiv zu Verfügung gestellt.
   
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Bildtext Hydroplane auf dem Luganersee; 1919
Bildquelle Freundlicherweise vom Verfasser aus seinem Archiv zu Verfügung gestellt.
   
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Bildtext Hydroplane auf dem Luganersee; 1919
Bildquelle Freundlicherweise vom Verfasser aus seinem Archiv zu Verfügung gestellt.
   
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Bildtext Die beiden Piloten Wüest und Kramer, vom ‚Ad Astra-Aero‘-Stützpunkt Lugano; 1920
Bildquelle Freundlicherweise vom Verfasser aus seinem Archiv zu Verfügung gestellt.
   
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Bildtext ‚Ad Astra-Aero‘-Stützpunkt Romanshorn. Der Hangar wurde durch die Gemeinde zur Verfügung gestellt; 1920
Bildquelle Freundlicherweise vom Verfasser aus seinem Archiv zu Verfügung gestellt.
   
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Bildtext Charles Koepke, Leiter des‚ Ad Astra-Aero‘-Stützpunktes Romanshorn und nachmaliger Flugplatzdirektor in Basel; 1920
Bildquelle Freundlicherweise vom Verfasser aus seinem Archiv zu Verfügung gestellt.
   
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Bildtext ‚Ad Astra-Aero‘-Stützpunkt Genf, Pilot H. Pillichody mit illustren Passagieren; 1920
Bildquelle Freundlicherweise vom Verfasser aus seinem Archiv zu Verfügung gestellt.
   
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Bildtext Max Cartier, Leiter des ‚Ad Astra-Aero‘-Stützpunktes Bern; 1920
Bildquelle Freundlicherweise vom Verfasser aus seinem Archiv zu Verfügung gestellt.
   
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Bildtext Probeflug Lugano-St. Moritz nach der Landung auf dem St. Moritzersee, August 1920; v.l.n.r. Pilot E. Frick, Kurdirektor Maffei, Lugano, ein Passagier
Bildquelle Freundlicherweise vom Verfasser aus seinem Archiv zu Verfügung gestellt.
   
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Betriebsjahr 1920

1920 führten die 7 Piloten der Gesellschaft 4699 Touristenflüge mit total 7384 Passagieren durch; Flugdauer 1254 Std., zurückgelegte Strecke ca. 166‘920 km. Das erste Geschäftsjahr der ‚Ad Astra-Aero‘ schloss mit einem riesigen Bilanzverlust von CHF 426‘365.- ab.

Von den vielen Flugstationen hatten nur die beiden in Zürich (Zürichhorn und Schwamendingen), Genf und Romanshorn mit zufriedenstellender Rentabilität abgeschnitten.
Je ein Unfall in Romanshorn und Zürichhorn mit 4 Toten hatte zudem abschreckende Wirkung auf das Publikum und Auswirkungen auf die Bilanz.

Obwohl nicht direkt betroffen, sorgte die tragische Überführung von 4 Savoia-Flugbooten von Sesto Calende am Langensee nach Finnland ebenfalls für negative Schlagzeilen. Eine Maschine stürzte am 7.09.1920 nach einem Flügelbruch kurz vor der Landung vor Zollikon in den See, wobei beide Piloten ertranken. Ein anderer Apparat zerschellte im Nebel  an der Tödi.

Zuvor hatte U. Maddalena bei seinem unangemeldeten Überflug der Schweiz mit Notlandung auf der Aare bereits viel Staub aufgewirbelt. Für den Überflug der Schweiz wurde vorgängig keine Bewilligung eingeholt. Die Maschine wurde deshalb auf den Zürichsee überführt und konfisziert. Maddalena gelangte jedoch mit einem Trick an Bord seines Flugbootes und machte sich aus dem Staub. Die Angelegenheit endete in einem Notenwechsel zwischen der Schweiz und Italien.

 

   
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Bildtext Fliegerveteran Emile Taddeoli, abgestürzt mit CH-4 in Romanshorn am 24.05.1920
Bildquelle Freundlicherweise vom Verfasser aus seinem Archiv zu Verfügung gestellt.
   
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Bildtext Bergung der Flugzeugtrümmer von CH-18 nach Absturz von Jungpilot Oscar Bereta am Zürichhorn; 31.08.1920
Bildquelle Freundlicherweise vom Verfasser aus seinem Archiv zu Verfügung gestellt.
   
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Bildtext Bergung der Flugzeugtrümmer eines Savoia-Flugbootes vor Zollikon, abgestürzt am 07.09.1920,
unterwegs nach Finnland
Bildquelle Freundlicherweise vom Verfasser aus seinem Archiv zu Verfügung gestellt.
   
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Bildtext Notlandung von Hptm Umberto Maddalena (It) auf der Aare, unterwegs nach Finnland, Sommer 1920.
Infolge Benzinmangels musste der italienische Fliegerhauptmann Umberto Maddalena, der auf der Fahrt nach Finnland begriffen war, in der Nähe der Stadt Aarau eine Notlandung vornehmen.
Bildquelle Freundlicherweise vom Verfasser aus seinem Archiv zu Verfügung gestellt.
   
Text 08.12.1920         
Alfred Comte machte sich selbständig und gründete die ‚Alfred Comte, Luftverkehr und Sportfliegerschule‘, eingetragen in Horgen. Letztere hatte ihren Standort in Dübendorf, die Abteilung Luftverkehr befand sich in Oberrieden. Als Hangar für die 6 Lohner-Flugboote diente eine Montagehalle der Yachtwerft Faul. 1926 gründete er dort die ‚Alfred Comte, Schweizerische Flugzeugfabrik‘.

 

   
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Bildtext Hangar von Alfred Comte in Oberrieden; Frühling 1921
Bildquelle Freundlicherweise vom Verfasser aus seinem Archiv zu Verfügung gestellt.
   
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Bildtext Lohner Flugboot in Oberrieden, eingesetzt auf der Strecke Zürich-Luzern- Interlaken; 20er-Jahre
Bildquelle Freundlicherweise vom Verfasser aus seinem Archiv zu Verfügung gestellt.
   
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Bildtext Flugzeugfabrik Alfred Comte in Oberrieden, links die neue Werkshalle von1929; 1930
Bildquelle Freundlicherweise vom Verfasser aus seinem Archiv zu Verfügung gestellt.
   
Text 1921
Dornier doppelte mit dem Flugboot Delphin nach und führte ‚Ad Astra Aero‘ neue Kunden zu. Die Gesellschaft stellte zwei moderne Ganzmetall Verkehrsflugzeuge in Dienst, die Junkers F-13 und die Dornier Komet.

Im zweiten Geschäftsjahr wurden 2254 Flüge mit 4027 Passagieren unfallfrei absolviert. Es resultierte wieder ein saftiger Verlust von CHF 410‘757.- Eine finanzielle Sanierung wurde jetzt unabdingbar.

 

   
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Bildtext Walter Mittelholzer mit Mechaniker; 20er-Jahre
Bildquelle Freundlicherweise vom Verfasser aus seinem Archiv zu Verfügung gestellt.
   
Text 21.10.1921
Ungewollte Publizität erhielt ‚Ad Astra-Aero‘ wegen einer Flugzeugentführung durch den Ex-Kaiser Karl von Oesterreich-Ungarn mit Gemahlin Zita. Statt nach Genf, wie bestellt, wurde die vom Deutschen Wilhelm Zimmermann pilotierte Junkers F-13 nach Oedenburg in Ungarn umdirigiert.

Die Maschine wurde durch die ungarischen Behörden temporär konfisziert und in Budapest einem staunenden Publikum vorgeführt. Die Rückführung in die Schweiz erfolgte durch A. Comte.

 

   
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Bildtext ‚Ad Astra-Aero‘ Junkers F-13, CH-59, ausgestellt in Budapest nach der Entführung durch
Ex-Kaiser Karl; Oktober 1921
Bildquelle Freundlicherweise vom Verfasser aus seinem Archiv zu Verfügung gestellt.
   
Text 16.03.1922
Die Generalversammlung beschloss eine Kapitalerhöhung auf CHF 600‘000.-. Der strategische Fokus zielte konsequent Richtung Passagier-Linienbetrieb und Postbeförderung. Bereits im Herbst bewirkte der schlechte Geschäftsgang ein Revirement an der Führungsspitze. VR Präsident Dr. Peyer und Direktor F. Rihner demissionierten, neuer VR Präsident wurde Edwin Schwarzenbach und die Geschäftsführung ging an Walter Mittelholzer und Walter Altherr über.


01.06.1922
Erster Linienflug Genf - Zürich/Dübendorf - Nürnberg/Fürth mit einer Junkers F- 13, Immatrikulation CH-92, pilotiert durch Henry Pillichody. Das Ticket Genf – Zürich kostete CHF 110.-, die Flugzeit betrug 2 Std.

 

   
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Bildtext Erster Linienflug der ,Ad Astra-Aero‘ Genf-Zürich-Nürnberg am 01.06.1922;
Zwischenlandung der Junkers F-13 in Dübendorf, pilotiert von H. Pillichody
Bildquelle Freundlicherweise vom Verfasser aus seinem Archiv zu Verfügung gestellt.
   
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Bildtext Erster Linienflug der ,Ad Astra-Aero‘ Genf-Zürich-Nürnberg am 01.06.1922;
Zwischenlandung der Junkers F-13 in Dübendorf, pilotiert von H. Pillichody
Bildquelle Freundlicherweise vom Verfasser aus seinem Archiv zu Verfügung gestellt.
   
Text 03.-10.09.1922
Internationales Flugmeeting in Dübendorf.

Die schlechte Sitzauslastung führte im dritten Betriebsjahr zu einem weiteren Verlust von CHF 203‘768.-.

 

   
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Bildtext Flugtag in Aarau am 02.07.1922. Der Fallschirmkünstler Romaneschi, der Pilot Pillichody und Oberleutnant Comte, der kühne Akrobatikflüge ausübte.
Bildquelle Freundlicherweise vom Verfasser aus seinem Archiv zu Verfügung gestellt.
   
Text 1923
1923 wurde erstmals Break-even erreicht dank der profitablen Linie Genf – Zürich – München.

Der landgestützte Linienverkehr gewann von Jahr zu Jahr mehr an Bedeutung, obwohl Zürich-Dübendorf erst 1932 einen angemessenen Zivilflugplatz erhielt. Parallel dazu wurden die Aktivitäten am Zürichhorn kontinuierlich heruntergefahren, weshalb hier nur noch rudimentäre Angaben zu ‚Ad Astra-Aero‘ gemacht werden:

 

   
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Bildtext Die Junkers F-13, CH-92, über dem Zürcher Sihlfeld; um 1923
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Text 1924
Walter Mittelholzer übernahm die alleinige Führung der Gesellschaft. In den Folgejahren führte er zahlreiche spektakuläre Pionierflüge durch. 1926 durchquerte er z.B. als Erster den afrikanischen Kontinent auf seiner Längsachse.

 

   
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Bildtext Der Flugpionier auf seiner Dornier Merkur in Kapstadt; 1926
Bildquelle Freundlicherweise vom Verfasser aus seinem Archiv zu Verfügung gestellt.
   
Text 1925
Der Hangar am Zürichhorn diente der ‚Gleit- und Segelflieggruppe‘ , eine Untersektion des Ostschweizerischen Vereins für Luftschifffahrt (OVL), als Werkstatt für den Unterhalt ihrer Segelflugzeuge.


26.03.1931
Fusion der ‚Ad Astra-Aero‘ mit der am 02.09.1925 gegründeten ‚Basler Luftverkehrs AG (Balair)‘ zur ‚Swissair, Schweizerische Luftverkehrs AG‘ mit Sitz in Zürich unter Leitung von Balz Zimmermann (ex Balair) und Walter Mittelholzer (Techn. Direktor). VR Präsident wurde Alphons Ehinger (ex Balair), Vizepräsident Edwin Schwarzenbach.
 

Mitte 1932
Inbetriebnahme des neuen Zivilflugplatzes Dübendorf.


22.-31.07.1932
3. Internationales Flugmeeting in Dübendorf.


November 1932
Das Flugschiff Do-X führte Rundflüge ab Zürich durch. 36‘000 Personen besichtigten den Fluggiganten.

 

   
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Bildtext Flugschiff Do-X startet auf dem Zürichsee; Nov. 1932
Bildquelle Freundlicherweise vom Verfasser aus seinem Archiv zu Verfügung gestellt.
   
Text 03.08.1935
Die Alfred Comte, Schweizerische Flugzeugfabrik, wurde zahlungsunfähig und musste ihre Tore schliessen. 1936 zog die 1928 in Willisau gegründete Motorradfabrik Universal in die Fabrikhalle ein.

 

   
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Bildtext Von 1936 bis 1962 produzierte hier die Mororradfabrik Universal ihre von Privaten, der Armee und Polizei geschätzten Motorräder; 1948
Bildquelle Freundlicherweise vom Verfasser aus seinem Archiv zu Verfügung gestellt.
   
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Bildtext Bootswerft Faul und Motorradfabrik Universal aus der Vogelperspektive; 1948
Bildquelle Freundlicherweise vom Verfasser aus seinem Archiv zu Verfügung gestellt.
   
Text 09.05.1937
Der passionierte Bergsteiger Walter Mittelholzer stürzte bei einer Klettertour in den österreichischen Ostalpen tödlich ab.

 

   
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Bildtext Ansichtskarte einer Swissair DC-2 mit persönlicher Widmung Mittelholzers an Marian T. Bosshardt, Tante des Berichterstatters, datiert 16.02.1937
Bildquelle Freundlicherweise vom Verfasser aus seinem Archiv zu Verfügung gestellt.
   
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Entwicklung des Zivilflugplatzes Dübendorf

 

   
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Bildtext 1922: zwei armselige Zelte!
Bildquelle Freundlicherweise vom Verfasser aus seinem Archiv zu Verfügung gestellt.
   
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Bildtext 1924: erster Hangar mit provisorischem Notdach für weitere Flugzeuge
Bildquelle Freundlicherweise vom Verfasser aus seinem Archiv zu Verfügung gestellt.
   
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Bildtext 1925: Dornier Merkur vor Hangar
Bildquelle Freundlicherweise vom Verfasser aus seinem Archiv zu Verfügung gestellt.
   
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Bildtext 1929: Luftaufnahme des ‚Providuriums‘
Bildquelle Freundlicherweise vom Verfasser aus seinem Archiv zu Verfügung gestellt.
   
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Bildtext 1932: neues Stationsgebäude auf der Wangener Seite
Bildquelle Freundlicherweise vom Verfasser aus seinem Archiv zu Verfügung gestellt.
   
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Bildtext Der Flugplatz Dübendorf im Jahre 1933
Bildquelle Freundlicherweise vom Verfasser aus seinem Archiv zu Verfügung gestellt.
   
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Bildtext Flugplatz Dübendorf aufgenommen aus einem Flugzeug des Typ C38
Bildquelle Freundlicherweise zu Verfügung gestellt von: ©Zentrum elektronische Medien / Luftwaffe
   
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Der Flugplatz Dübendorf in filmischen Zeitdokumenten

 

   
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Bildtext Aus der Anfangszeit des Flughafens Zürich um 1960.
Bildquelle Bildarchiv Dürst, Zürich
   
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Bildtext Swissair: Der schönste Tag meines Lebens (Flugplatz Dübendorf 1939) / Teil 1
Bildquelle Youtube
   
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Bildtext Swissair: Der schönste Tag meines Lebens (Flugplatz Dübendorf 1939) / Teil 2
Bildquelle Youtube
   
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Bildtext Swissair: Der schönste Tag meines Lebens (Flugplatz Dübendorf 1939) / Teil 3
Bildquelle Youtube
   
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