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Der ehemalige Judenfriedhof am Wolfbach vor dem
Lindentor
Einen garantierten ersten Nachweis von Juden in Zürich lässt sich
auf die zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts fixieren, genauer gesagt
auf das Jahr 1273. Hier wird von einer Verpfändung eines Kelchs des
Walther von Elgg an die Juden berichtet.
Die erste Synagoge in Zürich
befand sich an der heutigen Froschaugasse 4, damals noch besser als
kleine Brunngasse bekannt.
Die ansehnliche Anzahl
jüdischer Mitbürger rechtfertige auch eine eigne Ruhestätte. Der
wissentlich erste jüdische Friedhof befand sich vor dem Lindentor
(Kirchgasse) am Wolfbach, dieses Gebiet lässt sich heute etwa
zwischen Krautgartengasse und dem Schulhaus Wolfbach an der
Kantonsschulstrasse 3 umschreiben. Die Stadt liess den Friedhof 1382
auf eigenem Grund erstellen.
In einem Brief des Konstanzer Bischofes an den
Zürcher Magistraten lässt er diesen wissen, dass es ihnen
freigestellt sei auch auswärtige Juden auf diesem Begräbnisplatz
beerdigen zu lassen, der Rat hatte dies übrigens schon im Jahre 1381
erlassen. Erst anfangs des 15. Jahrhunderts um 1431 gab es eine
Beschränkung für die Beerdigung von Auswärtigen. Fortan durften
nebst den Städtischen nur noch Juden von Bremgarten, Meilingen und
Rapperswil hier bestattet werden.
Sollten jedoch Leichen aus
anderen Orten nach Zürich zur Beerdigung gebracht worden sein, so
konnten sie dennoch hier bestattet werden, sofern der Rat mit der
angebotenen Geldsumme einverstanden gewesen war. Mit der Vertreibung der Juden
aus der Stadt ging der Friedhof im Jahre 1436 ein.
Johann Caspar Ulrichs,
einstiger Pfarrer zum Frauen-Münster schrieb 1767 in seiner Sammlung
jüdischer Geschichten zum ehemaligen jüdischen Friedhof am
Wolfbach unter anderem:
"Es scheint auch, ihr vormaliger durchs Wasser
ruinierte Friedhof sey an gleichem Ort gestanden, weil bei selbiger
Gegend der Wolfbach durchfliesset, der in der That ein Wolf
ist, und schon oeftere Ueberschwemmungen und Schaden verursacht
hat." |